Aktuelles

Mehr Aufseher für kleinere Banken

EZB will in den nächsten beiden Jahren die Zahl der Kontrolleure deutlich erhöhen

So schreibt das Handelsblatt in seiner Ausgabe vom 29. Oktober 2015.

Für mich stellt sich die Frage: Wem nutzt das was?? Zu den bislang 1000 „Aufsehern“ sollen bis zu 260 hinzukommen.

Die Frage, wem das nutzt, kann ich nicht beantworten. Da dringe ich in politische Sphären vor, die ohnehin keiner durchschaut.

Jedoch habe ich eine klare Meinung davon, wem es schadet: Den Kreditnehmerinnen und Kredit-nehmern in Deutschland. Seien es Private oder Gewerbliche. Das Ergebnis dieser Aufsichts- und Meldepflichten sind extrem hohe Arbeitsbelastungen in den Kreditabteilungen der Banken, die nichts mit dem originären Kundengeschäft zu tun haben. Es werden also Ressourcen gebunden, denen kein Ertrag gegenübersteht. Und da diese Ressourcen knapp sind – die in einer Bank zur Erfüllung der aufsichtsrechtlichen Pflichten anfallenden Kosten trägt nicht die EZB – bleibt in den Banken weniger Zeit für die eigentliche Bearbeitung von Kreditanträgen. Heißt weiter, keine Zeit mehr für Individualität, nur noch Standard. Kredite von der Stange.

Das ist im Übrigen nichts Neues. Vielerorts werden nur noch standardisierte Produkte angeboten, und in den Vertriebsrunden der Banken wird am Montagmorgen bekannt gegeben, welche Finanzierungsprodukte in der kommenden Woche das Beste für die Kunden sind. Allerdings gibt es hier Ausnahmen. Banken, in denen die individuelle Kundenbetreuung nicht nur eine Schlagzeile für die Werbung ist, sondern tatsächlich von der Führungsebene gewollt und gelebt wird, erlebe ich regelmäßig. Auch hier jedoch ist aus den Vorstandsbüros immer öfter zu hören, dass der für diese Individualität erforderliche Aufwand nicht mehr lange aufrecht zu erhalten ist.

Was bleibt ist die Notwendigkeit für die Kreditnehmerinnen, gut vorbereitet in die Gespräche mit der Bank zu gehen. Damit hilft man der Bank und sich selbst.

Erfolgsstory

Der Weg zur Hausbank war vergeblich. Selbstständig, es läuft langsam an, die Einkünfte reichen noch nicht. Eine kleine Überbrückung ist notwendig. Es gibt eine Hausfinanzierung und einen Bürgen. Woran hängt es also? Die Bank winkt ab.

Zunächst einmal haben wir die Haushaltsrechnung überprüft. Knapp, aber passt. Damit ist Gewissheit, dass es rechnerisch geht (das sollte man sowieso nie der Bank überlassen sondern im Vorfeld klären). Danach die Überprüfung der Bonität des Bürgen. Passt! Dann die Hausfinanzierung. Passt auch. Also noch einmal: Woran hängt es??

Die Antwort: der richtige Finanzpartner muss gefunden werden.

Ein Telefonat, Übersendung der Unterlagen …. und was vorher nicht machbar erschien war nach 2 Wochen erledigt. Nicht, weil ich zaubern kann, sondern weil ich schnell herausfinde, was geht, und mit wem.

Ich bin kein Finanzmakler, bekomme niemals Provision von einer Bank, sondern arbeite ausschließlich auf Honorarbasis.

Wachstumshürde Kreditsicherheiten

Wenn eine Unternehmerin / ein Unternehmer in die Selbstständigkeit startet und dazu eine Finanzierung benötigt, dann wird das in der Regel über eine Bank abgewickelt (das „eine“ steht hier für die Anzahl der Banken). Diese Bank wird für die Bereitstellung der Kreditmittel Sicherheiten verlangen. Neben Bürgschaften der Gesellschafter, sofern es sich nicht um ein Einzelunternehmen handelt, sind das regelmäßig die sogenannten „Aktiva“ des Unternehmens. Also Grundstücke und Gebäude, das Warenlager und die Forderungen. Das ist üblich und aus Sicht der Banken auch notwendig.

Im Laufe der Jahre wächst das Unternehmen. Ab einer bestimmten Größe ist es aus verschiedenen Gründen sinnvoll, eine weitere Bankverbindung einzugehen. Das hat viel mit Risikoverteilung und Vermeidung von Abhängigkeiten zu tun. Und man möchte auch bei dieser Bank einen Betriebs-mittelkredit, oftmals als Kontokorrentlinie, eingeräumt bekommen. Jetzt wird es schwierig.

In den Banken gilt der Grundsatz der Gleichbehandlung. Das heißt, dass eine Bank bei der Gewährung von Krediten auf Seiten der Sicherheiten nicht schlechter behandelt werden möchte, als eine andere Bank mit der gleichen Kreditart. Hat also Bank A eine Kontokorrentlinie von 100.000€ zur Verfügung gestellt, und als Sicherheit das Warenlager und alle Forderungen, dann wird Bank B bei der Beantragung einer neuen Kontokorrentlinie auf dieselben Sicherheiten bestehen; es sei denn, der Kreditnehmer kann andere, gleichwertige Sicherheiten anbieten. Geht aber oft nicht, da mit dem Warenlager und den Forderungen bereits alles beliehen ist (Grundstücke und Gebäude lasse ich hier einmal bewusst außen vor, denn diese sollten nicht zur Sicherung von kurzfristigen Finanzierungen dienen).

An dieser Stelle stoßen Unternehmer immer wieder auf große Schwierigkeiten bei der Finanzierung des Wachstums; man nennt das auch „Wachstumsschmerzen“. Lösungen hierzu gibt es, allerdings sind diese nur dann umsetzbar, wenn zu diesem Zeitpunkt keine Abhängigkeit des Kreditnehmers von einer Bank besteht. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten wird eine Bank keine Sicherheiten freigeben. Gerade darauf läuft es aber hinaus, wenn man eine zweite Bank in die Betriebs-mittelfinanzierung mit einbinden will.

In guten Zeiten muss auch an dieser Stelle rechtzeitig vorausschauend gearbeitet werden.

Ich bin ein „Bankdienstverweigerer“

Eigentlich bin ich ja Banker. Eigentlich bin ich ja auch gerne Banker. Ich bringe mich und meine Erfahrungen einfach gerne ein, wenn ich meine Kunden berate.

Ja, meine Kunden. So habe ich das immer gesehen, und sehe es auch heute noch so. Aber ist diese Einstellung von den Banken noch so gewollt? Nach meiner Erfahrung nicht immer …. und hier beginnt für mich das „eigentlich“, und damit meine „Bankdienstverweigerung“.

  • Ich lasse mir nicht vorschreiben, dass ich pro Kundengespräch 30 min. Zeit habe und hierbei einen Versicherungsvertrag verkaufe …. obwohl der Kunde deshalb überhaupt nicht zu mir kommt.
  • Ich habe keine Lust, meinen Kunden die absolute Leistungsfähigkeit meiner Bank anzupreisen, um dann 5 Monate nach seiner Kreditanfrage seinen Antrag mit fadenscheinigen Ausreden abzulehnen, nur weil meine Kreditabteilung erst nicht in die Pötte kommt und dann Auflagen formuliert, die nicht erfüllbar sind … um ja nur kein Kredit-Risiko einzugehen.
  • Ich habe keine Lust mehr auf sinnlose Vertriebs-Meetings in der Bank, bei denen karrieregeile Banker dem Blödsinn-redenden Chef in den …. kriechen, während die restliche Mannschaft innerlich gekündigt und resignierend das Gelaber über sich ergehen lässt.

Aber ich habe Lust auf gute und vertrauensvolle Gespräche mit guten Bankern – ja die gibt es – auf Augenhöhe. Gute und vor allem verbindliche Ergebnisse kann ich hier immer wieder erzielen. Aber dazu musste ich raus aus dem Bankdienst … und trage seitdem nur noch Anzug, wenn ich Lust dazu habe.

Notfallmanagement

Was passiert, wenn der „Chef“ ausfällt?

Das ist keine Frage, der sich Inhaber und Geschäftsführer gerne stellen. Die Antwort ist dabei denkbar einfach: Im Zweifel ist der Fortbestand des Unternehmens akut gefährdet. Und damit die wirtschaftliche Existenz der Mitarbeiter sowie der Familie des Unternehmers.

Wenn der Anruf kommt stehen alle unter Schock. Zur Trauer gesellt sich Hilflosigkeit. Was ist zu tun? Wer hat was für Vollmachten? Gibt es überhaupt Vollmachten? Wer bezahlt morgen die Löhne und die Lieferanten? Wer führt das Unternehmen weiter ….. und in welche Richtung? Fragen über Fragen!

Im Rahmen eines Notfallmanagements werden alle diese Fragen aufgegriffen und individuell auf das jeweilige Unternehmen abgestimmt beantwortet. Im Fall der Fälle wissen bestimmte Personen genau, was zu tun ist. Das beinhaltet kurzfristige Entscheidungen genauso wie mittel- bis langfristig die Umsetzung der Weisung des Unternehmers:

„Was soll mit meinem Unternehmen passieren, wenn ich nicht mehr da bin?“

Die Einführung eines Notfallmanagements macht losgelöst vom Lebensalter des Inhabers immer Sinn; gleichwohl kann man es auch als erste Schritte hin zur Unternehmensnachfolge sehen. Wenn alles klappt möchte der Unternehmer gerne selber den Zeitpunkt bestimmen. Was aber, wenn er diesen Zeitpunkt nicht mehrselber in der Hand hat …..???

Sehr häufig mache ich mit meinen Kunden die Erfahrung, dass die Beschäftigung mit dieser Frage Dinge in Bewegung bringt.

Reden ist Geld

Was der Banker nicht versteht finanziert er nicht

Liquidität ist ein Schlüssel zum Erfolg. Nur einer, aber ein wichtiger. Und das Geld kommt von der Bank. Oder? Welcher Unternehmer hat noch nicht die Erfahrung gemacht, dass er mal eben mehr Geld benötigt, als Kontostand und Kontokorrentkredit hergaben. Also ein Anruf bei der Bank ….. und dann dauert das, und dauert… die Gelegenheit ist vorbei, das Kind im Brunnen, und die Bank trifft keine Entscheidung. Oder eine, die der Unternehmer nicht hören will und schon gar nicht versteht.

Wer ist das eigentlich, die Bank? An dieser Stelle schlage ich meinen Kunden gerne vor, Sie mögen sich vor Augen führen, wie viel Zeit sie aufwenden um ihre Kunden zu verstehen. Was für Produkte und Leistungen brauchen diese, wann, wo und wie? Und wie schnell ändern sich deren Bedarfe? Was passiert, wenn diese sich ändernden Bedarfe nicht erkannt werden?? Eine Katastrophe, um es kurz zu sagen. Auf der anderen Seite die Lieferanten des Unternehmens. Seien es Waren oder Dienstleistungen, auch hier ist ein permanenter Prozess der Überwachung und Verbesserung erforderlich. Sonst stimmen bald Einkaufspreise, Qualitäten und Verfügbarkeiten nicht mehr, die Leistungsfähigkeit des Unternehmens leidet.

Was hat das mit der Bank zu tun? Die Bank ist einer der wichtigsten Kunden des Unternehmens. Und einer der wichtigsten Lieferanten. Es ist notwendig, dass der Unternehmer das weiß. Und sich entsprechend verhält. Der Unternehmer sollte seine Bank verstehen bzw. er sollte wissen, was er von ihr zu erwarten hat… und was nicht. Und er sollte dafür Sorge tragen, dass der Banker das Unternehmen kennt und versteht. Dabei muss er wissen, dass der Banker sein Unternehmen nicht verstehen kann… jedenfalls nicht so richtig. Weil der Banker halt ein Banker ist und kein Techniker oder Handwerker.

Also muss der Unternehmer dem Banker sein Unternehmen so erklären, dass dieser es versteht. Er sollte also mit dem Banker durch die Tür in seinen Betrieb hineingehen, die der Banker wählen würde. Und das ist die Tür zu den Zahlen. Die Analyse der Bilanzen und der Erfolgsrechnung öffnen den Blick auf das Unternehmen. Im zweiten Schritt fragt der Banker dann, wie die Zahlen zustande kommen. Dazu bedarf es dann der Erläuterungen.

Es ist also wichtig, dass der Unternehmer regelmäßigen Kontakt zu seinem Banker hält (besser sind in der Regel mindestens 2 Banken) und schriftlich über die Unternehmensentwicklung Bericht erstattet. Der Banker mag das. Und was er mag, dafür interessiert er sich auch. Schön, wenn der Banker sich für das Unternehmen interessiert! Das ist der erste Schritt. Der erste Schritt hin zur Liquiditätssicherung und möglichst optimalen Unternehmensfinanzierung. Der Unternehmer gestaltet damit aktiv eine der wichtigsten Aufgaben für sein Unternehmen. Und so sollte es sein.

Thomas Leopold, beratender Betriebswirt, Reinhardshagen