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Big Data in der Bankenwelt

Anhand der Kontoumsätze kann eine Bank das Konsumverhalten ihrer Kunden sehr gut nachvollziehen. Auf den Rechnern der Banken sammeln sich hierzu seit Jahrzehnten Datenberge an. Bislang hat das die Banken wenig interessiert. Erst in den letzten Jahren gibt es Projekte, um diese Datenmengen auszuwerten. Damit will man Rückschlüsse auf die Bedarfe der Kunden ziehen.

Diese Entwicklung geht einher mit dem Rückgang der persönlichen Kontakte des Beraters zum Bankkunden. Wurden früher im Gespräch Informationen ausgetauscht und daraus resultierende Empfehlungen ausgesprochen, so findet das in Zeiten des OnlineBanking kaum noch statt.

Wichtig an dieser Stelle ist, dass eine Bank den Kunden nicht aktiv zu Finanz- und Versicherungs-produkten ansprechen darf (weder per Telefon, Fax oder E-Mail), wenn der Kunde dem nicht zuvor ausdrücklich anhand einer schriftlichen Einwilligungserklärung zugestimmt hat. Diese Einwilligung kann auch zu jedem Zeitpunkt ohne Angaben von Gründen durch den Kunden zurückgenommen werden. Eine Bank, der diese Einwilligung nicht vorliegt, darf auch keine Auswertung von Kundendaten zu internen Zwecken vornehmen.

Wenn also, wie jüngst bei einer Kundin geschehen, das Telefon klingelt und der Bankberater unaufgefordert darauf hinweist, er habe die Abbuchungen für die private Krankenzusatzversicherung gesehen, und er hätte ein günstigeres Angebot, dann sollten die Alarmglocken klingeln. Das ist ein Verstoß gegen das Verbraucherschutzgesetz und ein Grund, nach der Einwilligungserklärung zu fragen. Wurde diese nie abgegeben, bekommt der Banker ein großes Problem.